Von 60 auf 97: Wie wir unsere eigene Website schnell gemacht haben
Unsere Website hatte am Handy 60 von 100 Punkten bei Google PageSpeed. Was sie gebremst hat, wie wir auf 97 gekommen sind und was du daraus mitnehmen kannst.
Von Denis Hakim, Developer bei Krot

Wir verkaufen schnelle Websites. Am 16. Oktober 2026 hat uns Google PageSpeed gezeigt, dass unsere eigene am Handy 60 von 100 Punkten hatte. Bis der größte Inhalt der Startseite stand, vergingen im Test 29,7 Sekunden. Das ist peinlich, also haben wir es am selben Tag repariert. Hier steht, was die Seite gebremst hat und wie wir auf 97 Punkte gekommen sind.
Was PageSpeed eigentlich misst
Google PageSpeed lädt deine Seite auf einem simulierten Mittelklasse-Handy mit langsamer Verbindung. Die wichtigsten Werte:
- LCP (Largest Contentful Paint): Wann steht der größte Inhalt im sichtbaren Bereich? Gut ist unter 2,5 Sekunden.
- Blockierzeit (Total Blocking Time): Wie lange ist das Handy mit JavaScript beschäftigt und reagiert nicht auf Tippen?
- Seitengröße: Wie viele Daten müssen übers Mobilnetz?
Der Wert zählt, weil Google die Ladezeit beim Ranking berücksichtigt. Und weil Besucher am Handy nicht warten.
Unser Ausgangspunkt
- PageSpeed am Handy: 60 (am Computer: 55)
- Bis der Inhalt steht (LCP): 29,7 Sekunden
- Seitengröße: 5,9 MB
Bremse 1: Zwei Sounddateien, neunmal geladen
Die alte Seite hat beim Drüberfahren und Klicken kleine Sounds abgespielt. Die zwei Dateien waren je 276 KB groß und unkomprimiert. Weil jeder Bereich der Seite sie selbst geladen hat, kamen sie je neunmal übers Netz. Zusammen rund 5 MB, also 85 Prozent der ganzen Startseite. Für einen Effekt, den am Handy niemand hört.
Wir haben die Sounds ersatzlos entfernt. Danach: 71 Punkte, LCP 6,1 Sekunden, 888 KB.
Bremse 2: Die Überschrift kam erst mit dem JavaScript
Unsere Startseite blendet die Überschrift mit einer Bewegung ein. Diese Animation hat gewartet, bis das ganze JavaScript geladen war. Am langsamen Handy dauert das mehrere Sekunden. Bis dahin war die Überschrift unsichtbar, und Google hat stattdessen den Text des Cookie-Banners als größten Inhalt gewertet. Der kam absichtlich erst nach zwei Sekunden.
Jetzt steht die Überschrift ab dem ersten Bild da. Der Cookie-Banner ist sofort im HTML und erscheint mit der Seite.
Bremse 3: Ein Videoplayer, den man erst beim Scrollen sieht
Weiter unten läuft ein kurzes Video. Der Player dafür bringt rund 400 KB Code mit, und er wurde sofort geladen, auch wenn niemand bis dorthin scrollt. Jetzt lädt er erst, wenn das Video in die Nähe kommt. Bis dahin zeigen wir das Standbild.
Bremse 4: Effekte, die das Handy beschäftigen
Ein paar Dinge haben das Handy laufend arbeiten lassen:
- ein Ladebildschirm, der die Seite beim ersten Besuch zwei Sekunden verdeckt hat
- eine bewegte Körnung über der ganzen Seite, viermal so groß wie der Bildschirm
- eine Animationsbibliothek für Effekte, die CSS genauso kann
- ein Favicon mit 167 KB (jetzt 23 KB)
Den Ladebildschirm haben wir entfernt. Die Körnung steht jetzt still, die Effekte laufen über CSS.
Das Ergebnis
- PageSpeed am Handy: 60 → 97
- PageSpeed am Computer: 55 → 99 bis 100
- Bis der Inhalt steht (LCP): 29,7 → 2,6 Sekunden
- Blockierzeit: 430 → 10 Millisekunden
- Seitengröße: 5,9 MB → 504 KB
Optisch hat sich fast nichts geändert. Die Seite sieht aus wie vorher, sie lädt nur nicht mehr Dinge, die keiner braucht.
Was du für deine Website mitnehmen kannst
- Teste selbst. Gib deine Adresse auf pagespeed.web.dev ein und schau auf den Wert fürs Handy, nicht den für den Computer.
- Such die größte Datei. Meistens ist es ein Video, ein riesiges Bild oder ein Plugin.
- Frag bei jedem Effekt, ob er das wert ist. Ein Ladebildschirm oder ein Sound wirkt beim Bauen cool. Für den Besucher am Handy ist er Wartezeit.
- Lass es regelmäßig prüfen. Websites werden mit jeder Änderung langsamer, wenn keiner hinschaut. Uns ist es auch passiert.
Und wie schnell ist deine Website?
Wir haben unsere Seite an einem Nachmittag von 60 auf 97 gebracht, weil wir wussten, wo wir suchen müssen. Bei deiner Website sind es vielleicht ganz andere Bremsen: Bilder in Originalgröße, ein Plugin, das auf jeder Seite alles lädt, oder ein Baukasten, der mehr Code ausliefert als nötig. Von außen sieht man das nicht, am Handy deiner Kunden merkt man es sofort.
Im Sichtbarkeitscheck schauen wir uns deine Website gemeinsam an. 15 bis 30 Minuten, bei dir vor Ort oder online per Google Meet. Du siehst, wie schnell sie am Handy wirklich ist, was sie bremst und wo sie Anfragen verliert. Danach weißt du, was zu tun ist, egal ob du es mit uns machst oder nicht. Der Check ist kostenlos.